Die c't hat in einem Ratgeber beschrieben, was zu tun ist, wenn eine Mailadresse oder ein Passwort in einem Datenleck auftaucht. Ausgangspunkt ist meist der Dienst „Have I Been Pwned?“, der Adressen mit bekannten Lecks abgleicht. Für kleine Betriebe geht es dabei vor allem um die Geschäftspostfächer, über die Anfragen, Rechnungen und Passwort-Rücksetzungen für andere Dienste laufen.
Was ein Treffer tatsächlich aussagt
Ein Treffer zeigt, dass Ihre Adresse in der Kundendatenbank eines fremden Dienstes stand, die irgendwann gestohlen wurde. Ihr eigenes Postfach muss dabei gar nicht angegriffen worden sein. Wichtig ist, welche Daten das jeweilige Leck enthielt. Der Dienst listet zu jedem Vorfall auf, ob neben der Adresse auch Passwörter, Namen oder Telefonnummern betroffen waren.
War nur die Adresse dabei, steigt vor allem das Risiko für gezielte Phishing-Mails. Stand auch ein Passwort in der Datenbank, wird es ernster, besonders wenn Sie dieses Passwort noch anderswo verwenden.
Warum geteilte Postfächer anfälliger sind
In vielen Betrieben teilen sich mehrere Personen eine Adresse wie info@, und das Passwort wurde seit Jahren nicht geändert. Wurde dieselbe Kombination auch bei einem Shop oder Lieferantenportal genutzt, reicht ein Leck dort, um das Postfach zu öffnen. Angreifer probieren erbeutete Zugangsdaten automatisiert bei vielen Diensten aus.
- 1Zugangsdaten stammen aus einem gestohlenen Datensatz
- 2Ein Programm testet sie bei Mailanbietern und Portalen
- 3Bei gleichem Passwort gelingt die Anmeldung
- 4Eigenes Passwort und zweiter Faktor blockieren den Versuch
Die Schritte nach einem Treffer
Die Reihenfolge ist einfach und lässt sich an einem Vormittag erledigen. Fangen Sie mit den Postfächern an, über die Zugänge zu anderen Diensten zurückgesetzt werden können.
- Alle Geschäftsadressen bei „Have I Been Pwned?“ prüfen
- Betroffenes Passwort ändern, auch bei anderen Diensten mit gleichem Passwort
- Für jeden Dienst ein eigenes Passwort im Passwortmanager anlegen
- Zweiten Faktor beim Mailanbieter einschalten
- Mitarbeitende mit Zugriff auf das Postfach informieren
Könnten auch Daten Ihrer Kunden betroffen sein, lassen Sie prüfen, ob eine Meldepflicht nach der DSGVO besteht. Ob Ihre Domain zusätzlich gegen gefälschte Absender abgesichert ist, lässt sich mit einem Mail-Check klären.